Unser pädagogisches Konzept

Unsere Arbeit verstehen wir als Ergänzung zur elterlichen Erziehung. Wir sehen unseren Kindergarten als Haus für die Kinder und deren Familien. Durch unsere Angebote wird es den Eltern ermöglicht, aktiv am Kindergartengeschehen teilzunehmen.

Die Angebote beginnen schon für Kleinstkinder und deren Eltern, was ein behutsames Hineinwachsen in unsere Einrichtung bzw. den späteren Kindergartenalltag bedeutet.

Im Alter von 0 - 2 Jahren (EKP I und II) machen die Kinder erste Erfahrungen mit Gleichaltrigen in einer Eltern-Kind-Gruppe (in Begleitung eines Elternteils) und nehmen Kontakt mit einer neuen Bezugsperson, der Erzieherin, auf.

Diese Treffen finden wöchentlich nachmittags für 1,5 bzw. 2 Stunden statt.

Danach besucht das Kind zum ersten Mal alleine eine Gewöhnungsgruppe, die Klein-Kinder-Spielgruppe, kurz KKS genannt, an zwei Vormittagen pro Woche mit 15 Kindern (2 - bis 3-jährige), oder eine unserer Krippengruppen.

Nach diesen Jahren beginnt die Regel-Kindergarten-Zeit.

Eingewöhnung im Kindergarten

Damit der Übergang in den Kindergarten sicher gelingen kann, benötigt Ihr Kind Ihre und unsere Unterstützung. Für die individuelle Eingewöhnungszeit planen Sie bitte ausreichend Zeit ein ( s. Münchener Eingewöhnungsmodell)

Wir arbeiten hier nach dem offenen Konzept, angelehnt an die Reggio-Pädagogik:

"DAS GANZE HAUS IST UNSER GRUPPENRAUM". Die Räumlichkeiten sind in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt, wie Eingangshalle, Künstlerzimmer, Lernwerkstatt, Bau- und Musikzimmer, Spielzimmer, Kinderküche, Turnhalle, Leseecke, Essensraum und Ruheraum. In der täglichen Freispielzeit bewegen sich die Kinder (der Regelgruppen) gruppenübergreifend frei im ganzen Haus. So ist es jedem Kind möglich, das seinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechende Spiel zu wählen.

Wir sind ein familienorientierter Kommunikationskindergarten

In regelmäßigen Gesprächen und Rollenspielen mit Kindern und Eltern verbinden wir das Erleben inner- und außerhalb des Kindergartens. Diesbezüglich arbeiten wir auch eng mit anderen Fachdiensten zusammen (Schule, Familienberatung, Frühförderstelle, Jugendamt, Ärzte). Innerhalb der Gruppen fördern wir die Sprachentwicklung, soziale Rücksichtnahme und die Fähigkeit einander wahrzunehmen und zu verstehen.

Das Pilotprojekt „Babywatching“ vertieft zusätzlich die Fremd- und Selbstwahrnehmung und hilft im Umgang mit Aggressionen.

Für die Eltern bieten wir aktive Mitarbeit, Hospitation, Elternabende, Familien- und Elterngespräche und Vatermorgen an.

Wir sind ein kreativer Freispielkindergarten

und arbeiten mit einfachen Materialien und Spielsachen (Pappe, Holz, Papier, Kleister, Farbe, Sand, Wasser, Matratzen usw. ) Wir geben damit Spielraum für die Phantasie und das eigenständige schöpferische Tun des Kindes. Diese Angebote finden die Kinder im ganzen Haus und im Garten, wo sie sich innerhalb von Regeln und Grenzen möglichst frei bewegen können.

Wir sind ein Bewegungskindergarten

Die großzügigen Spiel- und Bewegungsangebote im „Offenen Haus“ und im Garten während der Freispielzeit werden gezielt ergänzt durch Turnen, Rhythmik, Kreis- und Rollenspiele, Sinnesschulung sowie durch Tanz und Musik.

Grundlage unserer Erziehungs- und Bildungsarbeit ist die positive Grundhaltung gegenüber dem Kind

Dazu gehört:

  • Akzeptanz
  • Zuwendung und Interesse
  • Wertschätzung
  • Achtung
  • Begleitung
  • Echtheit

Daraus kann sich eine vertrauensvolle Beziehung und Bindung entwickeln. Die wiederum braucht das Kind um selbstständig, eigenständig, sicher, geduldig, freudig, offen und empathisch zu werden.

Weiterhin gehören zu unseren Erziehungs- und Bildungszielen nach den Richtlinien des BayKiBiG und des BEP die Sozialerziehung, die Umwelterziehung, die Gesundheits- und Ethikerziehung, die Musik-, Sprach- und Rhythmikerziehung sowie die naturwissenschaftliche und mathematische Bildung. Diese Bildungsziele werden vor allem erreicht innerhalb des freien und angeleiteten Spiels sowie in Projektarbeit.

Seit Oktober 2003 gibt es Schulkinderaktionsgruppen (SKAG), in denen die Kinder altersgerecht ganzheitlich ihre Fähigkeiten erkennen lernen und vertiefen können.

Das bewusste Heranführen und die Übung mit nicht immer ungefährlichen Materialien und Geräten ist für unser Haus ein wesentlicher Bestandteil der Pädagogik.

Auf diese Weise möchten wir den Kindern zunehmende Selbständigkeit, Sicherheit und Freude am Leben vermitteln.

Projekt "Spielzeugfrei"

Unser Ziel ist es, Kinder dahingehend zu fördern, dass sie ihre Wünsche wahrnehmen, ihre sozialen Kompetenzen und lebenspraktischen Fertigkeiten entwickeln, sich selbst respektieren und aushalten lernen und vertrauensvoll auf die Welt zugehen.

Nicht zuletzt deswegen bieten wir (im jährlichen oder zweijährlichen Rhythmus) für einen festgelegten Zeitraum spielzeugfreie Zeit an.

Mit diesem Projekt richten wir uns nicht gegen Spielzeug im Allgemeinen. Die Herausnahme des Spielzeugs und das Wegfallen der Angebote schafft aber genau die Situation, in der die Kinder durch die entstandene Leere auf sich selbst, ihre Ideen, Phantasie, Bedürfnisse, Wünsche, Stärken und Schwächen angewiesen sind.

Sie lernen Langeweile auszuhalten, sich auf Konflikte einzulassen, neue Freundschaften zu schließen und aus eigenem Antrieb neue Spiele zu entwickeln.

So gestärkte Kinder kapitulieren nicht vor den Anforderungen des Lebens.

Sie sind deshalb weniger gefährdet, zu Suchtmitteln zu greifen obwohl die Umweltfaktoren der Kinder schon sehr früh zu Suchtverhalten führen können.

Weitere Informationen unter www.spielzeugfreierkindergarten.de

Kooperation mit einer Schule

Die Vorschulkinder werden bereits im Kindergarten auf die Schule vorbereitet. Sie haben eine Patenklasse in der Schule, mit der es gegenseitige Besuche gibt. Die Kinder dürfen so frühzeitig einen Einblick in den Schulalltag nehmen.

Unsere Bildungsbereiche kurz aus pädagogischer Sicht und mit den Augen der Kinder

Soziale und Ethische Bildung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Wahrnehmung eigener Gefühle
  • Einfühlung in andere: Babywatching
  • Mitverantwortung: Kinderparlament
  • Anderen Kulturen, Religionen und Denkrichtungen begegnen.
  • Werte, Traditionen, Rituale

So sagen es die Kinder:

  • Ich will „Erstbestimmer" sein! Die anderen auch! Dann streiten wir halt, oder wenn es für alle ist, besprechen wir es im Kinderparlament.
  • Wenn mir etwas zuviel wird, dann hilft mir einer.
  • Manchmal geht es mir schlecht. Oft weiß ich dann gar nicht ob ich traurig oder wütend bin, dann reden wir darüber.
  • Wenn ich Geburtstag habe, sitze ich auf dem goldenen Kissen.

 

Bildnerisches und darstellendes Gestalten:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Vielfalt kreativer Materialien und Werkzeuge
  • Naturmaterial und wertloses Material verarbeiten
  • Kein vorgefertigtes Material, Schablonen
  • Matschecke
  • Material für die Kinder sichtbar und einladend anbieten
  • Vorbildfunktion: Z.B. "Kreatives Chaos" aushalten und nicht bei jedem Klecks den Tisch abwischen und die Hände waschen.
  • Wir brauchen nicht immer ein Ergebnis, die Kinder noch weniger: "Der Weg ist das Ziel".
  • Theaterbesuch und -spiel

So sagen es die Kinder:

  • Meine Sonne darf grün, lila oder rosa sein, ganz wie ich will, egal aus was ich es mache. Darum kenne ich meine Bilder noch nach langer Zeit.
  • Ich verkleide mich gern und wenn ich ein Schwert oder eine Krone brauche, dann bastle ich es mir, so wie ich es kann.
  • Draußen haben wir viel Sand, Stöcke, Blätter und Wasser, das gibt einen schönen „Baatz“. Macht nichts. Wir haben zu Hause eine Waschmaschine.
  • Heute bin ich der böse Räuber und Stefan will immer die Prinzessin sein!


 

Sprachliche Bildung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Gespräche, Erzählungen, Nacherzählungen in ganzen Sätzen gesprochen
  • Wortschatz, Begriffsbildung, Lautbildung, Satzbau
  • Interesse an Sprache wecken
  • Geschichten, Verse, Bilderbücher
  • Förderung der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • Interesse an Schrift, spielerisches Schreiben

So sagen es die Kinder:

  • Ich erzähle gerne und die hören alle zu. Da muss es ganz ruhig sein!
  • Die erzählen Geschichten manchmal aus Büchern und manchmal erfinden wir sie selber.
  • Ich schreibe gerne Zettel. Manchmal erkennt man schon die Buchstaben. Oft schaue ich irgendwo ab.

 

Bewegungserziehung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Natürlichen Bewegungsdrang nicht einschränken
  • Freude an Tanz und Bewegung fördern
  • Gezielte (zielorientierte) Bewegung
  • Entwicklungsverzögerungen und Haltungsschäden erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen
  • Atemübungen
  • Bewegung – Stille – Ruhe

So sagen es die Kinder:

  • Ich darf rennen, klettern wie ein Affe, hüpfen wie ein Hase, springen wie ein Pferd, tanzen, mich drehen wie ein Karussell, brüllen wie ein Löwe, oder mich ruhig hinlegen, so wie ich es gerade will.
  • Oft sind die auch dabei und sagen mir wie ich es noch anders machen könnte, dann ist es wie echt!

 

Mathematische und naturwissenschaftliche Bildung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Pränumerische Fähigkeiten fördern:
  • Wahrnehmung
  • Räumliche Vorstellung
  • Größenverhältnisse
  • Klassifikationen
  • Zahlworte und Zahlbilder erkennen
  • Beobachten und ausprobieren im Bereich Technik und Natur
  • Messen: Größe, Gewicht, Temperatur
  • Erste Erfahrungen mit physikalischen Gesetzen.
  • Waldtage / Waldwoche

So sagen es die Kinder:

  • Ich weiß schon ob etwas groß, klein, dick oder dünn ist!
  • Oben, unten, hinten, vorne, seitlich, das lerne ich beim Spielen.
  • Im Morgenkreis zählen wir die Kinder. Wie viele fehlen? Das kann ich schon herausfinden!
  • Ins Mikroskop schaue ich auch gerne, da sehen die faulen Äpfel ganz anders und schön aus!
  • In der Lernwerkstatt haben wir viele Sachen zum ausprobieren. Die kann ich jeden Tag benützen mit meinen Freunden.
  • Manchmal zeichne ich etwas nach.
  • Im Wald entdecke ich auch immer wieder schöne Sachen. Die untersuche ich dann.
  • Mein gebauter Turm fällt nicht mehr um, weil ich weiß wie die Steine aufeinander gehören!

 

Musikalische Bildung und Erziehung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Förderung der sozialen Kompetenz: Teamfähigkeit und Kontakt
  • Kennenlernen von musikalischen Traditionen des Kulturkreises und anderer Kulturen
  • Training für aktives Hören Gehörentwicklung
  • Anregen und ansprechen der Fantasie, Kreativität und Emotionen.
  • Förderung von Sprachentwicklung
  • Kennen und spielen lernen von Orff-Instrumenten
  • Heranführung an klassische Musik ( Musikkonserven, Konzertbesuch)
  • Erarbeiten von Tänzen
  • Rhythmik

So sagen es die Kinder:

  • Wenn ich singe und tanze bin ich mal laut und leise, schnell oder langsam genau so wie die Musik.
  • Manchmal singe ich auch Englisch oder Französisch, das ist lustig.
  • Tanzen wie die Indianer ist auch anders als bei uns in Gilching, das mag ich gern!

 

Gesundheitserziehung:

Aus pädagogischer Sicht:

  • Bewegung in Haus und Garten.
  • Gesunde Ernährung
  • Hygiene
  • Unfallverhütung
  • Verkehrserziehung
  • Stressbewältigung
  • Entspannungsmöglichkeiten
  • Suchtprävention
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Krankheit

So sagen es die Kinder:

  • Wir toben jeden Tag, drinnen oder draußen. Egal wenn es regnet!
  • Süßigkeiten gibt es nur zur Geburtstagsfeier.
  • Mittagessen ist lustig weil wir alle gemeinsam essen, da esse ich manchmal etwas was ich noch gar nicht kenne.
  • Am Nachmittag essen  wir immer Obst und Gemüse, da probiere ich auch!
  • Ich übe Fußgänger und Radfahrer im Kindergarten. Dann kann ich das schon etwas auf der Straße.
  • Manchmal muss ich etwas aushalten was ich nicht mag.
  • Die wissen das ich das schaffe, auch wenn es schwierig ist für mich.
  • Wenn mir alles zuviel wird, suche ich eine Ecke und schaue ein Bilderbuch an oder male etwas.
  • Manchmal hole ich mir auch ein anderes Kind oder eine Erzieherin, die helfen mir dann.
  • Ich kann nicht immer alles haben, auch wenn ich das sooo gerne möchte!
  • Wenn ich krank bin, lässt Mama mich zu Hause gesund werden. Sonst stecke ich alle an im Kindergarten.
  • Aber wenn ich mal einen Schnupfen habe, muss ich nicht zum Arzt!